Wir, die GRÜNE JUGEND Wuppertal, sehen uns als ökologische Jugendorganisation in der Verantwortung, auf kommunaler Ebene Ideen, Vorschläge und Konzepte zum Schutz von Klima und Umwelt zu entwickeln.

Als Teil einer von den Folgen des Klimawandels besonders betroffenen Generation, lautet unser Grundsatz, dass Klimaschutz eine Frage der Generationengerechtigkeit ist.

Dieses Konzept soll dabei als Grundlage unserer politischen Arbeit dienen, indem es unsere Forderungen für eine nachhaltige Gestaltung der kommunalen Klimapolitik darstellt.

So wollen wir Wuppertals Beitrag zum Erreichen des sogenannten 2-Grad-Ziels sichern.

Mobilität ist für alle da!

Der ÖPNV muss wieder ausgebaut werden – insbesondere die Haltestellen jener Linien, die Wuppertal mit dem Umland verbinden, müssen auch in Randzeiten noch mindestens stündlich bedient werden.

Zudem müssen die Verbindungen in umliegende Städte ausgebaut werden, da es zum Beispiel nach Bochum keine direkte und effiziente Verbindung gibt. Ein SB zur Uni reicht noch nicht!

Auch andere Städte in der Umgebung sollten mit angenehmen und effizienten Verbindungen angebunden werden.

Wir fordern eine Evaluation der bestehenden Verbindungen und einen bedarfsgerechten Ausbau!

Wir fordern ein solidarisches Bürger*innenticket, um die Nutzung erschwinglich und attraktiver zu machen. Als Vorbild dafür können Solidarmodelle, wie das Semesterticket, dienen.

Die GRÜNE JUGEND Wuppertal unterstützt deshalb die Bemühungen der Initiative für ein solidarisches Bürger*innenticket, Wuppertal zur Modellkommune für ein solches Projekt zu machen und in einem weiteren Schritt ein solidarisches Bürger*innenticket in Wuppertal zu verwirklichen.

Zur weiteren Steigerung der Attraktivität fordern wir  kostenloses WLAN in Bussen und Schwebebahnen, wie es andernorts bereits üblich ist.

Auch an den Haltestellen für Busse und (Schwebe-)Bahnen sollte freies WLAN verfügbar sein, da dies zusätzlich zu einer Verringerung von Phänomen wie Vandalismus führt, wie Pilotprojekte zeigen konnten.

Gleichsam muss aus Gründen sozialer Gerechtigkeit auch die Barrierefreiheit des ÖPNV weiter verbessert und somit das Angebot inklusiver gestaltet werden. Dazu gehört es, alle Bahnsteige der Wuppertaler Bahnhöfe barrierefrei erreichbar zu machen und sich nicht, wie dies zum Beispiel am Barmer Bahnhof der Fall ist, mit einem Aufzug zum S-Bahn-Gleis zu begnügen, während das andere Gleis weiterhin nur über eine Treppe erreichbar ist.

Zudem fordern wir eine flächendeckende Ausstattung der Bahnsteige und Haltestellen mit Leitlinien, um auch Menschen mit einer Sehbehinderung eine selbstbestimmte Fortbewegung mit dem ÖPNV zu ermöglichen.

Diese Leitlinien sollten sukzessive auch auf die restlichen Fußgänger*innenwege ausgeweitet werden und dort Straßenübergänge u.ä. Kennzeichnen.

Bei bereits existierender Infrastruktur, wie den Möglichkeiten sich den Fahrplan automatisch vorlesen zu lassen, sollte sichergestellt werden, dass sie jederzeit funktionstüchtig und in Betrieb ist und nicht zu einer Symbolhandlung verkommt. Hier ist es unbedingt notwendig, kurze Wartungsintervalle umzusetzen.

Durch diese Maßnahmen wird mehr Menschen die Nutzung des ÖPNV erleichtert und teilweise auch erst ermöglicht, wodurch der Individualverkehr weiter zurück gehen wird.

Auch kann der ÖPNV dazu beitragen, die Feinstaub-Belastung der Innenstädte durch Verkehr auf ein minimales Maß zu reduzieren, indem beispielsweise der Fuhrpark der Wuppertaler Stadtwerke um weitere Hybridbusse mit Lithium-Ionen-Akku erweitert wird.

Da diese aber vor allem im Winter ineffizient sind, begrüßen wir die Überlegung der WSW Busse anzuschaffen, die durch Brennstoffzellen angetrieben werden und den dafür notwendigen Wasserstoff aus dem Müllheizkraftwerk erhalten sollen. 

Zudem fordern wir die konsequente Erprobung weiterer geeigneter alternativer Antriebsmöglichkeiten! Wenn sich diese bewähren, fordern wir eine konsequente Modernisierung des Fuhrparks in diese Richtung.

Schließlich ermöglicht ein gut ausgebauter, inklusiv gestalteter ÖPNV die Reduzierung des Individualverkehrs und wird somit einen Rückgang der Staubelastung in und um Wuppertal nach sich ziehen.

Dadurch, dass auf einen attraktiven ÖPNV mehr Menschen umsteigen, kommen alle schneller, günstiger und bequemer zu ihren Zielen und sparen sich den Stress, den Autofahren in der Stadt mit sich bringt. Zeitgleich profitiert die Luft- und Lebensqualität in Wuppertal.

Das Auto muss raus aus der Stadt!

Zur weiteren Verbesserung der Luftqualität, desVerkehrsflusses sowie einer Reduzierung der Unfallgefahr fordern wir Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerhalb Wuppertals!

Um für Pendler*innen den Umstieg auf den ÖPNV attraktiver zu machen, fordern wir eine Ausweitung von Park&Ride-Parkmöglichkeiten an den Bahnhöfen, die im Idealfall eine kostenlose, mindestens aber kostengünstige Möglichkeit bieten sollen, das Auto stehen zu lassen und den restlichen Weg mit dem Zug zurücklegen zu können.

In Wuppertal bietet sich zusätzlich ein Park&Schweb-Konzept an, das kostengünstige Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu den Endhaltestellen der Schwebebahn beinhaltet, die es Pendler*innen ermöglichen, das Auto nach der Ankunft dort stehen zu lassen und die innerstädtischen Wege mit der Schwebebahn zurückzulegen. Die Nähe der Stationen zu den Autobahnen lässt es auch zu, dieses Konzept touristisch zu nutzen. Die Parkplatzgebühr beinhaltet dann ein Park&Schweb-Ticket, das als Tagesticket konzipiert ist.

Eine Studie zum Einkaufsverhalten hat gezeigt, dass die Mehrheit der Menschen, die in Elberfeld einkaufen, nicht mit dem Auto kommen, sondern mit dem ÖPNV, zu Fuß und mit dem Rad.

Dieser Trend zeigt, dass motorisierte Mobilität in der Innenstadt keine Zukunft hat! Auch die WSW mit ihrem “Ab-in-die-City-Ticket” haben diesen Trend erkannt und darauf reagiert.

Nun wird es Zeit, dass auch die Politik umsteuert und das Auto aus der Innenstadt vertreibt.

Wir fordern deshalb, die existenten Parkplätze in der Innenstadt in attraktive Stadtplätze umzuwandeln und so für die Menschen, die sich in der Stadt aufhalten, wieder nutzbar zu machen. Die schon existenten Parkhäuser sollten ausreichen, um den Bedarf an Parkplätzen zu decken, da sie momentan nicht ausgelastet sind.

Insgesamt hat Wuppertal einen Überschuss an Parkraum.

Wir fordern die Erstellung eines ganzheitlichen Parkraumkonzepts!

Dadurch würden auch viele Mobilitätsprobleme leichter lösbar. Mögliche Ansätze, die Nachfrage nach Parkplätzen zu reduzieren, sind der Ausbau von Carsharing-Angeboten, Anwohnerparken oder ähnlichen Konzepten.

Die Stadt ist für alle da – Das Konzept Shared Space

Shared Space bezeichnet eine Planungsphilosophie, nach der bisher vom Kfz-Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter und sicherer gestaltet sowie der Verkehrsfluss verbessert werden soll.

Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt werden, wobei die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt.

Erste Modelle, zum Beispiel in den Niederlanden, haben gezeigt, dass das Konzept gut funktioniert. Wir fordern einen auf ein Jahr beschränkten Modellversuch im Luisenviertel! Im Anschluss daran sollte der Versuch evaluiert werden und seine Umsetzung auf weitere geeignete Gebiete in Wupertal ausgeweitet werden.

Wuppertal wird eine Fahrradstadt!

Diese Vision wird oft belächelt und mit Verweis auf die Topographie als unrealistisch abgetan.

Wir sind aber weiterhin davon überzeugt und stellen deshalb Forderungen, diese Utopie wahr zu machen.

Die Nordbahntrasse hat es gezeigt: Die Wuppertaler*innen fahren gerne Rad, sie brauchen nur die Infrastruktur.  Grundlage unserer Forderungen für den Radverkehr bildet deshalb das Ziel, bis 2025 den Anteil des Radverkehrs auf 15% zu erhöhen!

Wir fordern ein flächendeckendes Radwegenetz für Wuppertal, das allen Menschen ermöglicht, sich beim Fahrradfahren sicher zu fühlen und bequem von A nach B zu radeln.

Bei der Erneuerung von Straßenzügen sollten deshalb Radwege gleich mitgeplant und diese mindestens einen Meter breit und nicht in der “Türzone” verlaufend gestaltet werden.

An den Stellen, an denen ein Radweg dann doch enden muss, sollte dies nicht aprupt geschehen, sondern die Radfahrer*innen sinnvoll zurück in den normalen Verkehr geleitet werden.

Bereits bestehende Radwege, die unzureichend geplant wurden, müssen entsprechend ausgebaut werden. Der notwendigen Platz kann durch die Umwandlung überflüssiger Parkplätze gewonnen werden.

Zudem sollten verstärkt geeignete Einbahnstraßen für den Radverkehr in die Gegenrichtung freigegeben werden und auch Busspuren für Radfahrer*innen nutzbar gemacht werden.

Das Radwegenetz muss insgesamt intuitiv gestaltet sein!

Um die umweltfreundlichen Fortbewegungsarten besser kombinieren zu können, fordern wir einen verstärkten Ausbau der Fahrradmitnahmemöglichkeiten in Bussen und (Schwebe-)bahnen.

In den Stoßzeiten ließe sich dies bei Bussen über Anhänger oder Fahrradträger realisieren.

Zudem sollte die Wahrnehmung dieser Möglichkeit nicht durch einen Aufpreis beim Ticket an Attraktivität verlieren.

An Bahnhöfen und zentralen Umsteigeplätzen sollten sichere und trockene Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in angemessener Zahl eingerichtet werden, die im Zweifel auch über längere Zeit oder die Nacht eine sichere Verwahrung der Fahrräder garantiert. An zentralen Plätzen in der Innenstadt und an öffentlichen Gebäuden sollten ebenfalls solche Abstellplätze angeboten werden.

Darüber hinaus fordern wir ein BikeSharing-System für Wuppertal, dass auch E-Bikes oder Pedelecs im Programm hat, damit auch weniger mobile Einwohner*innen davon profitieren können. Die Nutzung sollte einfach zu handhaben und die Leihgebühr günstig sein und bei Bedarf auch als Flatrate/ Abo buchbar sein. Für Student*innen könnte eine Kooperation die erste Stunde der Nutzung kostenlos sein.

Die Leihstationen sollten sich an Bahnhöfen, Bus- und Schwebebahnhaltestellen, sowie zentralen Umsteigeplätzen und zentralen Punkten der Innenstädte befinden. Auch an und um die Nordbahntrasse würden sich solche Stationen anbieten.

Um diese Ziele zu erreichen, fordern wir die Einrichtung eines Radverkehretats im städtischen Haushalt.

Klima? – Cool bleiben!

In Anbetracht der Energiewende und des Zeitalters der erneuerbaren Energien sprechen wir uns gegen eine Stadtplanung aus, die zum Ziel hat, emmissionsreiche Industrie in unserer Stadt anzusiedeln.

Allgemein sollte einer Neuansiedelung von Industrie, zur Erhaltung der Lebensqualität unserer Stadt, nur unter Auflagenbestimmungen stattgeben werden. Dabei sollen vor allem Sicherungsmaßnahmen zugunsten der Lebens- und Wohnqualität der Bewohner*innen der Stadt Wuppertal, sowie auch Maßnahmen zur Erhaltung von Natur und Umwelt getroffen werden. Außerdem sollte die Schaffung von Ausgleichsflächen in einem ausgewogenen Verhältnis, auch zu den bereits bestehenden Industrieflächen, selbstverständlich sein.

Wuppertal wird grün

Wir sind der Meinung: Wuppertal braucht eine bürger*innenfreundliche Baumschutzsatzung, die den Baumbestand in Wuppertal sichert und den wichtigen Beitrag der Bäume zum Klimaschutz ernst nimmt.

Ab 2020 wollen wir keine Netto-Neu-Versiegelung in Wuppertal mehr haben. Für die dann neubebauten Flächen braucht Ausgleichsflächen, die ökologisch mindestens gleichwertig sind. Dabei sollten besonders schützenswerte Flächen, wie zum Beispiel die kleine Höhe, von der Bebauung unbedingt verschont bleiben. Eine langfristige Stadtplanung muss dieses Ziel schon heute berücksichtigen.

Zukunft erhalten!

Wir fordern einen Klimaschutzplan, in dem ambitionierte Reduktionsziele festgehalten sind und Zwischenziele im Zwei-Jahresrhythmus formuliert werden.

Die Erreichung dieser Zwischenziele muss regelmäßig evaluiert werden, um sie gegebenenfalls erhöhen zu können oder rechtzeitig einer Nicht-Erreichung gegensteuern zu können.

Mindestziel eines solchen Klimaschutzplans sollte die Klimaneutralität Wuppertals bis 2050 sein, wir fordern diese bis 2035!